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Hoch hinaus im Hobbygarten ...

Hochbeete machen Freude. Sie sind bequem zu pflegen, passen auch in den kleinsten Garten und danken es dem Gärtner durch üppiges Wachstum – vorausgesetzt, man sorgt für die richtige Basis.

Hochbeete erfreuen sich im Hobbygarten wieder zunehmender Beliebtheit. Sie erleichtern das rückengerechte Gärtnern, finden überall einen Platz und auch Gartenneulinge profitieren von den überschaubaren Kulturbedingungen. Ideal sind die künstlich erhöhten Flächen zum Kultivieren von Zier- und Nutzpflanzen und für kleine Grundstücke oder für Gärten, deren Böden steinig mit Wurzelunkräutern durchsetzt oder verdichtet sind.

Inzwischen bietet der Handel eine Vielzahl von Bausätzen und fertigen Hochbeetmodellen aus den unterschiedlichsten Materialien für verschiedene Gartenstile an. In der Regel sind die Einfassungen aus Holz und Stein – welches Material gewählt wird, hängt allerdings von den unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten und der Verweildauer des Beetes ab.

Hochbeet mit Dränage-Vlies
„Über der Dränage-Schicht (hier Kies) wird ein dickes Dränage-Vlies gelegt.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Auf die Füllung kommt es an

Ob es nun die langlebige steinerne Variante oder die leicht abbaubare Holzkonstruktion ist – für beide ist die richtige Befüllung der wichtigste Garant für gutes Pflanzenwachstum. Leider kann man ein Hochbeet nicht einfach nur mit Erde füllen und auch die Empfehlung, das Beet nach dem Prinzip eines Hügelbeetes aufzufüllen, verspricht keinen gärtnerischen Erfolg.

Im ersten Fall ist der Wasserabzug nicht gewährleistet und es können jede Menge Unkrautsamen eingeschleppt werden. Im zweiten Fall sackt die Füllung in Kürze zusammen, so dass die Pflänzchen bald tief unten im Beetkasten sitzen. Selbst beim Anbau einjähriger Nutzpflanzen muss vor jeder Saison Substrat nachgefüllt werden, ausdauernde Pflanzen kann man auf diese Weise gar nicht im Hochbeet kultivieren.

Generell benötigen alle Hochbeete eine Dränage-Schicht, die aus nicht verrottendem Material wie Steinen und/ oder mineralischen Schüttstoffen wie Schotter, Sand oder Bims bestehen sollte. Eine noch tolerierbare, weil langsame Sackung, ist bei grobem Dränage-Material aus Hartholz und deren Hackschnitzel gegeben. Denn mit jährlichen Substrat- oder Kompostgaben lässt sich das Zusammenfallen der Erde hier einigermaßen ausgleichen.

Mineralische Dränage-Schichten sind dagegen formstabil. Sie sollten allerdings mit einem Dränage-Vlies vom Substrat getrennt werden, damit die Erde nicht in die Dränage-Schicht gelangt und verschwindet.

„Wenn man den schweren Sand lagenweise auf den leichten Kompost schüttet, kann man beides gut durchmischen.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Bei organischen Dränage-Schichten ist es sinnvoll, einen Mäusedraht am Boden des Beetes auszulegen, um das Einwandern von Mäusen in das Hochbeet zu unterbinden.

Substratmischungen zum Gärtnern auf hohem Niveau

Hochbeete eignen sich für den Anbau von Küchenkräutern, Salat und Gemüse sowie auch Stauden, mediterranen Kräutern, Duftpflanzen oder Pflanzenraritäten.

Mit passenden Abdeckungen wird aus einem Hochbeet leicht ein Früh- und Überwinterungsbeet. Mit mehreren Hochbeeten können Gärtner sinnvolle Fruchtwechsel durchführen und Gartenabschnitte schön gestalten. So sollte das Hochbeet in Material, Form und Farbe nicht nur zum Gartenstil passen, sondern auch zur gewählten Bepflanzung. Dies gilt natürlich auch für die Füllung des Beetes, dessen Substratschicht in Höhe und Zusammensetzung auf die geplante Bepflanzung abgestimmt werden muss.

Die isolierte Lage ist ein grosser Vorteil von Hochbeeten: Ungeachtet der Bodenbeschaffenheit im Garten kann man die Substrate im Hochbeet frei wählen. Als unkrautfreie Substratschicht (in der Regel reichen 30 bis 40 Zentimeter Höhe) eignen sich Mischungen von RAL-gütegesichertem Kompost mit Sand (lehmiger oder gewaschener) hervorragend. Je nach gewünschter Pflanzenkultur kann der Gärtner sie im Volumenverhältnis 1 zu 3 im Beet mischen. Am besten ist das Material in wechselnden Schichten einzubringen – immer den schwereren Sand auf den leichten Kompost. Dann mit einer Harke oder einem Handwerkzeug durchmischen.

„Auf das Dränage-Vlies wird das Substrat (hier eine Mischung aus Sand und Kompost) geschaufelt.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Außerdem haben sich verschiedene Gesteinsmehle und andere Bodenhilfsstoffe, allen voran Bentonit, bewährt. Steht unkrautfreier Lehm zur Verfügung, kann man auch diesen als Wasserspeicher untermischen. Doch mit den in der Nähe zur Verfügung stehenden Materialien muss der Gärtner oft längere Zeit experimentieren und hat keine Gewähr, dass die Substratmischung optimal für die gewünschte Bepflanzung ist.

Hochbeet Hochbeetgarten
„Praktischer als ein einziges Hochbeet ist ein Hochbeetgarten, da man für jede Kultur das passende Substrat mischen und Fruchtwechsel betreiben kann.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Wünschenswerter Service für Hobbygärtner

Praktisch für den Hobbygärtner ist es, wenn er die Substratbestandteile an einem Ort beziehen kann oder die Substratmischungen bereits fertig gemischt geliefert werden können.

Einige Kompostbetriebe und deren Verteilerstellen bieten die Materialien bereits gemischt als lose Ware an. Der Hobbygärtner kann sich diese entweder mit dem Anhänger holen und selbst einfüllen, vom Gärtner bringen und einfüllen oder vom Spediteur liefern und abkippen lassen.

Wenn dann alles – nahezu auf Augenhöhe – perfekt grünt und blüht, lassen sich die weiteren Pflegearbeiten rückenschonend, je nach Beethöhe im Sitzen oder Stehen und mit einer kleinen Auswahl von Handwerkzeugen und mit sauberen Schuhen, erledigen.

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Die Autorin Brigitte Kleinod ist Biologin, Gartenberaterin und erfolgreiche Gartenbuchautorin.

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