Kalender

< August 2017 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31      
RGK Südwest > Aktuelles

Neues von der RGK

03 | Kompost gehört in jeden Garten!

10.08.2017 von Uwe Honacker

Kompost gehört in jeden Garten!

Des Gärtners Freude: Fertiger Kompost! Foto: NEUDORFF

Gesunde Pflanzen brauchen einen gesunden Boden. Dieser kann durch regelmäßige Kompostgaben preiswert und auf natürliche Art und Weise selbst hergestellt werden. Das Naturprodukt Kompost sorgt zudem für ein aktives Bodenleben, ein kräftiges Pflanzenwachstum und blühende Gärten. Wer in seinem Garten selbst kompostiert, arbeitet Hand in Hand mit der Natur. Pilze, Bakterien und Bodentiere wandeln die organischen Rohstoffe zu wertvollem Kompost um. Die darin enthaltenen Humusanteile und Nährstoffe bauen den Boden auf und versorgen ihn mit allem, was die Pflanzen brauchen. Kompostierung und die Kompostanwendung sind daher die beste Voraussetzung für eine umweltfreundliche Gartennutzung und das „Gärtnern ohne Gift“.

Selbst kompostieren ...

1. Standort: Der ideale Kompostplatz liegt im Halbschatten, ist windgeschützt und leicht zugänglich. Er wird auf einer ebenen, naturbelassenen Stelle mit direktem Bodenkontakt angelegt, so dass Bodentiere zuwandern können.

2. Kompostmiete bzw. Behälterwahl: Sollen größere Mengen an organischem Material auf einmal aufgesetzt werden, empfiehlt sich das Anlegen einer Kompostmiete. Hierzu wird Baum- und Strauchschnitt als Unterschicht auf den Gartenboden gelegt. Darauf wird dann das zu kompostierende Material aufgelegt und mit einer Erdschicht leicht abgedeckt. Kompostbehälter gibt es in zahlreichen Variationen:

a) Preiswerte, oben und unten offene Behälter aus Holz oder Drahtgeflecht, die man auch gut und preiswert selbst herstellen kann.

b) Geschlossene Behälter aus Kunststoff, die gegen zu hohe Feuchtigkeit und in dichten Bebauungsgebieten vor Geruchsbelästigung schützen. Diese sind im Fachhandel erhältlich. 

3. Aufsetzen: Für alle Kompostierungsmöglichkeiten gilt, dass das organische Material in verschiedenen Schichten locker aufgesetzt wird. Eine Grundschicht aus Ästen, Zweigen oder Häckselgut sorgt für eine gute Durchlüftung und verhindert Staunässe. Beim weiteren Aufsetzen sollten immer trockenes und feuchtes sowie strukturreiches (z. B. Baum- und Heckenschnitt) und strukturarmes Material (z. B. Grasschnitt, Küchenabfälle) gut miteinander vermischt werden. Das fördert die biologische Aktivität (Auf-, Ab- und Umbauprozesse) und damit den Rotteprozess. Kompostmieten oder -behälter können mittels Kompostvlies oder langem Gras abgedeckt und so vor Vernässung durch Niederschläge bzw. vor Austrocknung geschützt werden.

4. Umsetzen und Absieben: Sobald der Kompostbehälter voll ist, kann das Umschichten des Komposthaufens erfolgen. Das sorgt für gute Durchlüftung und bringt auch das Material aus den Randbereichen ins Mieteninnere. Dadurch wird die Verrottung beschleunigt und nach cirka einem halben Jahr (bzw. ohne Umsetzen nach einem Jahr) kann der fertige Kompost ausgesiebt werden. Hierfür eignet sich ein Wurfgitter mit einer Maschenweite von 15 bis 20 Millimetern. Alles Material, das durch das Sieb fällt, ist ausreichend verrottet, riecht nach Waldboden und kann direkt als Bodenverbesserer eingesetzt werden. Die noch verbleibenden Grobanteile können wieder als Strukturmaterial für den neuen Komposthaufen verwendet werden.

Praxistipps zur Kompostierung

  • Zerkleinerung: … Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Ausgangsmaterialen, desto schneller die Verrottung! Daher insbesondere stückiges, holziges Material mit dem Schredder oder einer Gartenschere vorzerkleinern. Laub lässt sich beispielsweise prima mit dem Rasenmäher zerkleinern. 
  • Grasschnitt: … lässt man am besten zwei bis drei Tage auf der Wiese anwelken, bevor man ihn gut durchmischt mit groben Materialien (z. B. Heckenschnitt) auf den Komposthaufen gibt. Wird feuchter Rasenschnitt in zu dicken Schichten aufgetragen, kommt es durch Sauerstoffmangel zu Fäulnis und unangenehmen Gerüchen. 
  • Laub: … Für große Laubberge eignet sich die Herbstlaub-Flächenkompostierung. Dazu wird das Laub zusammentragen und in einer Schichthöhe von 15 bis 20 Zentimetern auf einer geeigneten Bodenfläche flächig ausgebreitet. Anschließend kann man es leicht in den Boden einarbeiten oder mit etwas Erde bedecken, dass es nicht vom Wind verweht wird. 
  • Wurzelunkräuter: … breiten sich durch unterirdische Wurzelausläufer (Rhizome) aus. Selbst kleine Teile dieser Rhizome können wieder austreiben. Um diese unschädlich zu machen, gibt man Quecke, Giersch und Ampfer am besten in die Biotonne und damit in die professionelle Kompostierung. Denn dort werden gesichert Temperaturen von 65 bis 70 Grad Celcius erreicht, um die Rhizome unschädlich zu machen. 
  • Samentragende Wildkräuter: … sollten möglichst in die Mitte des Komposthaufens verbracht werden, da dort die höchsten Temperaturen sind. 
  • Pflanzenkrankheiten: … wie z.B. Tomatenfäule und Mehltau sollten nicht in den eigenen Komposthaufen eingebracht werden. Dort sind die erreichten Temperaturen zu niedrig, um Erreger, Pilze und Sporen gesichert zu vernichten. Am besten gibt man daher alle mit Krankheiten behafteten Pflanzen in die Biotonne und damit in die professionelle Kompostierung. Dort werden Schaderreger, keimfähige Samen und Pflanzenteile sicher abgetötet. Die hohen Temperaturen im Rotteprozess sorgen für eine vollständige Hygienisierung des Kompostmaterials, was nachweislich für Kompostprodukte mit dem RAL-Gütezeichen in den Analysenberichten untersucht und bestätigt wird.
  • Zuschlagstoffe: … Kompoststarter, Kalk oder Gesteinsmehl sind als Zukaufprodukte meist nicht notwendig! Kompoststarter enthalten Mikroorganismen, die für die Verrottung von Bioabfällen wichtig sind. Diese stellen sich aber bei richtig aufgesetzten und gut durchmischten Komposthaufen nach einiger Zeit von selbst ein. Kalk wird in Form von Branntkalk und Kalkstickstoff zugegeben, um Geruch zu binden und Wildkrautsamen abzutöten. Damit werden aber auch zahlreiche nützliche Organismen im Kompost geschädigt. Zudem führt zu viel Kalk im Garten zu einem stärkeren Humusabbau und langfristig zur Bodenverarmung. Gesteinsmehl wird als Muschel- oder Algenkalk zur Geruchsbekämpfung angeboten. Das Abdecken mit Laub oder Gartenerde erfüllt meist denselben Zweck.

Komposthaufen und Biotonne …

Der eigene Komposthaufen und die Biotonne ergänzen sich in hervorragender Weise.

Je nach Größe und Fassungsvermögen wandern kleine Mengen von angetrocknetem Grasschnitt, dünne Äste und organische Küchenabfälle auf den eigenen Komposthaufen. Großes Astwerk, das sich nur langsam zersetzt, und lästige Unkräuter, deren Weiterverbreitung man verhindern will, sind ideal für die Biotonne. Ebenso finden Essensreste und Schalen von Zitrusfrüchten besser in der Biotonne Platz. Und genau an dieser Stelle schließt sich der Kreis: in der professionellen Kompostierung entsteht aus diesen, für den eigenen Komposthaufen vielleicht »zu schwierigen« Materialien, ein gütegesicherter Kompost, der wiederum ideal zum eigenen Kompost passt. Besser könnte es doch kaum gehen: Eigenkompostierung und professionelle Kompostierung sind keine Konkurrenz, sondern gleichberechtigte Partner.

Unser Tipp!

Reicht der eigene Kompost für die Humuszufuhr, Beetvorbereitung und Bodenverbesserung im Garten nicht aus, kann man ausgezeichnete Kompostprodukte auch preiswert bei den Mitgliedsbetrieben der Gütegemeinschaft Kompost Region Südwest e. V. erhalten!

Eine aktuelle Übersicht zu den Kompostanlagen in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter: www.rgk-suedwest.de oder fragen Sie einfach bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach.

Kompost Journal | Frühjahr 2017 - Ausgabe Nr. 25

20.06.2017 von Helmut Strauß

Biotonne schützt Klima und Ressourcen

In die Biotonne darf nur Bioabfall, denn nur daraus kann man prima Kompost machen!

Seit dem 1. Januar 2015 schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz die flächendeckende Getrenntsammlung von Bioabfällen in ganz Deutschland vor. Und dennoch findet man auf der Deutschlandkarte heute noch immer viele weiße Flecken, in denen nicht getrennt gesammelt wird. Die zögerliche Haltung einzelner Landkreise und kreisfreien Städte, eine Biotonne einzuführen, sorgt dafür, dass wertvolle Bioabfälle mit dem Restabfall verbrannt werden, anstatt in hochwertigen Behandlungsanlagen vergärt oder kompostiert zu werden.

Der neue Ratgeber für Kompostbegeisterte!

24.04.2017 von Helmut Strauß

RGK-Kompost-Ratgeber startet mit Ausgabe 1 und 2

Immer am Puls des Geschehens - Uwe Honacker (rechts), hier mit Hermann Otto Hangen, einem unserer "Urgesteine". Foto: RGK Südwest

Unser nimmermüder Uwe Honacker hat eine alte Idee neu aufleben lassen – alles Wissenswerte zum Thema Kompost mal in einer übersichtlichen Reihe zu sammeln!

Die neue Ratgeber Reihe startet jetzt mit den Ausgaben 1 und 2 – lassen Sie sich überraschen und steuern Sie auch eigene Ideen oder Fragen bei.

Viel Spaß, Euer Team vom RGK!