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C- 2. Obstbau

Im Obstbau ist sowohl bei sehr lange stehenden Kulturen wie Kern- und Steinobst als auch bei Kulturen wie Erdbeeren, die kürzere Zeit auf einer Fläche verbleiben, eine "Start”-Kompostgabe zur Bodenverbesserung und Vorratsdüngung bei der Pflanzung von großem Nutzen. Nach dem Pflanzen ist der Wurzelraum der Kulturen, vor allem bei Kern- und Steinobst, viel schwerer mit Nährstoffen zu versorgen als davor. 

Bei Kern- und Steinobst fallen die Empfehlungen für die Vorratsgaben von Kompost ähnlich aus wie beim Weinbau. Der Beerenobstanbau hat demgegenüber andere Ansprüche. Allgemein sollte nach einer Vorratsgabe in der nachfolgend genannten Größenordnung in den ersten Standjahren kein Kompost mehr angewendet werden.

Wenn die Nährstoffgehalte des Bodens schon sehr hoch sind (Gehaltsklassen D und E nach Bodenanalyse), sollten die Mengenangaben um ca. 30 % gekürzt werden. Bei extremen Nährstoffungleichgewichten und sehr hohem Kaliumgehalt ist dies wegen der Gefahr der Stippigkeit bei Äpfeln besonders zu beachten. Die hohen Calcium- und Magnesiumgehalte in den Komposten wirken allerdings sowohl der Stippigkeit als auch einem möglichen Magnesiummangel, der durch hohe Kaliumgehalte induziert werden kann, entgegen.

Wir empfehlen für den fachgerechten und erfolgreichen Komposteinsatz folgende Aufwandmengen:
Vorratsdüngung bei Kern- und Steinobst

Kompostart: Fertigkompost
Absiebung: 0 - 10 oder 0 - 20 mm
  m3 FS/ha t FS/ha Reicht für
soviel Jahre
Humusärmere Böden (unter 2 % Humus)    
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere
75 - 100
50 - 100
50 - 80
35 - 65
3 - 5
2 - 4
Humusreichere Böden (über 2 % Humus)    
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere
50 - 100
50 - 75
35 - 65
35 - 50
2 - 4
2 - 3

Beerenobst weist nicht nur im Vergleich zu Kern- und Steinobst verschiedene Ansprüche an Bodeneigenschaften und Pflanzenernährung auf. Auch zwischen den verschiedenen Beerenobstarten sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Obwohl z.B. Kultur- heidelbeeren und Preisselbeeren dankbar für viel organische Substanz im Boden sind, scheidet die Zufuhr von Bio- und Grünkomposten aus, weil diese Kulturen einen niedrigen pH-Wert von 4,0 bis 5,0 für optimales Wachstum benötigen und einen sehr niedrigen Nährstoffbedarf haben.

Neupflanzungen von Erdbeeren verlangen eine gute Bodenstruktur mit ausreichendem Nährstoffangebot, damit eine kräftige Entwicklung der Pflanzen stattfinden kann. Hier wird die Basis für den Fruchtertrag im ersten Jahr gebildet. Der verfügbare Stickstoff sollte ganzflächig bei über 100 kg N/ha im durchwurzelbaren Raum liegen. Wenn eine Boden- untersuchung auf N-min nur einen sehr geringen Vorrat an pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden ergibt, ist bei geringen bis mittleren Kompostgaben eine Ausgleichsdüngung mit mineralischem oder organischem Handelsdünger sinnvoll (30 bis max. 80 kg N/ha).

Wir empfehlen für den fachgerechten und erfolgreichen Komposteinsatz folgende Aufwandmengen:
Vorratsdüngung bei Beerenobst

Kompostart: Fertigkompost
Absiebung: 0 - 10 oder 0 - 20 mm
  m3 FS/ha t FS/ha Reicht für
soviel Jahre
Humusärmere Böden (unter 2 % Humus)    
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere
120 - 150
80 - 120
80 - 100
50 - 80
5 - 6
3 - 5
Humusreichere Böden (über 2 % Humus)    
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere
80 - 120
50 - 80
50 - 80
30 - 50
3 - 5
2 - 5
       

Auch bei Himbeeren und anderen Beerenobstarten ist der genannte N-Bereich eine gute Grundlage vor der Pflanzung. Die Rote Johannisbeere ist die chloridempfindlichste Beerenobstart. Bio- und Grünkomposte sind aber im Vergleich zu Stallmist deutlich chloridärmer. Bedingt durch die starke Verdünnung bei guter Einarbeitung des Kompostes in den Boden, ist eine Schädigung selbst dieser empfindlichen Kultur bei den empfohlenen Anwendungsmengen praktisch auszuschließen.