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C-1. Weinbau

Bei Reben ist zwischen der Neuanlage auf guten Böden und der auf Rohböden, besonders bei starkem Bodenabtrag, zu unterscheiden. Unverändert gebliebene Reb- und Ackerböden haben einen geringeren Bedarf an organischer Substanz und an Nährstoffen als extrem arme, neu hergerichtete Rohböden. Neben dem traditionellen Rigolen sind als tiefgreifende Bodenbearbeitung zur Rebenneuanlage das Umbruchlockern und das Tiefenlockern möglich.

Der Zeitpunkt vor der tiefgreifenden Bodenbearbeitung wird aus arbeitswirtschaftlicher Sicht oft als günstig für eine Kompostanwendung angesehen, da ein zusätzlicher Arbeitsgang für die Einarbeitung entfällt. Der Boden kann durch die tiefe Einmischung der organischen Substanz stark verbessert werden.

Problematisch ist jedoch, daß nach dem tiefgreifenden Lockern oder nach dem Umbruch sehr viel Stickstoff mineralisiert wird. Deswegen sollten vor einer tiefen Bearbeitung nur holzreiche, stickstoffarme Komposte in geringerer Aufwandmenge (max. 50 m³/ha) verwendet werden. Besser ist es, den Kompost erst danach einzusetzen und flach einzuarbeiten. Vom tiefen Vergraben des Kompostes durch das Rigolen wir abgeraten, vor allem bei nicht ganz reifem Kompost.

Wird der Kompost aufgrund der arbeitswirtschaftlichen Vorteile trotzdem zum Rigolen angewandt, muß unbedingt darauf geachtet werden, daß Fertigkompost verwendet wird, der entsprechend den Richtlinien der Bundesgütegemeinschaft Kompost pflanzenver- träglich ist. Ein weniger verrotteter Frischkompost ist hier nicht angebracht, weil dieser viel Kontakt mit der Luft haben muß, also nur oberflächlich eingearbeitet werden darf.

Die strukturverbessernde Wirkung der Komposte tritt um so schneller ein, je besser die Durchmischung und Verbindung der mineralischen und organischen Teile ist. Deshalb ist ein zusätzlicher, durchmischender Arbeitsgang zur Grundbodenbearbeitung günstig, wenn auch nicht unbedingt nötig.

Wenn der Boden mit der Kompostgabe zur Neuanlage gut versorgt wurde, braucht in den ersten drei Jahren, dem Stockaufbau, in der Regel nicht mehr zusätzlich gedüngt zu werden. Bei der Gefahr starker Auswaschung von Nährstoffen (hohe Niederschläge und skelettreiche, leichte Böden) und auch bei größeren Mengen an Kompost ist es auf jeden Fall günstiger, nährstoffärmeren Grünkompost mit hohem Holzanteil anstatt Biokompost zu verwenden. 

Wir empfehlen für den fachgerechten und erfolgreichen Komposteinsatz folgende Aufwandmengen:

Vorratsdüngung im Weinbau
Kompostart: holzreicher, stickstoffarmer Fertigkompost,
Absiebung: 0 - 10 oder 0 - 20 mm
  m3 FS/ha t FS/ha Reicht für
soviel Jahre
Rohböden      
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere:
100 - 150
75 - 120
65 - 100
50 - 80
einmalig zur
Inkulturnahme
Humusärmere Böden (unter 2 % Humus)    
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere:
75 - 120
50 - 100
50 - 80
35 - 65
3 - 5
2 - 4
Humusreichere Böden (über 2 % Humus)    
-mittlere/schwere:
-leichte/mittlere:
50 - 100
50 - 75
35 - 65
35 - 50
2 - 4
2 - 3